Diagnostik

Diagnostik bei wiederholten Fehlgeburten

Bedingt durch die Komplexität der möglichen Ursachen von wiederholten Fehlgeburten existiert eine Vielzahl an diagnostischen und therapeutischen Ansätzen. Trotzdem gelingt es nur in etwa der Hälfte der Fälle eine eindeutige Ursache zu verifizieren. Falls das nicht gelingt, spricht man von einem idiopathischen habituellen Abort.
Als Basisdiagnostik bei Paaren mit habituellen Aborten wird derzeit empfohlen:

Basisdiagnostik

  • Anamnese und klinische Untersuchung
  • Chromosomenanalyse beider Partner
  • Ausschluß von Gebärmutterfehlbildungen
    (3-D Ultraschall, ggf  weiterführende Diagnostik)
  • Antiphospholipidantikörper
    (Lupusantikoagulans und Anticardiolipinantikörper)
  • Thrombophiliediagnostik
    (Faktor V Leidenmutation, Prothrombinmutation, Protein S-Mangel)
  • Schilddrüsenfunktionswerte und -antkikörper
  • Hormondiagnostik( frühfollikuläres FSH und Östradiol, Prolaktin)
  • Ausschluß Insulinresistenz (Nüchternglukose/ Insulin  oder HbA1C)

Zusatzdiagnostik je nach klinischer Situation

  • Erweiterte Hormondiagnostik
  • ( Lutealphasenprogesteron, LH- und Androgenwerte)
  • Lokale Infektionsdiagnostik (vaginal /zervikal)
  • Homozysteinspiegel im Plasma
  • Karyotypisierung des Abortmaterials

Anamnese und klinische Untersuchung
Im Rahmen der allgemeinen Anamnese werden folgende Punkte erhoben:

  • Anzahl und Verlauf vorausgegangener Schwangerschaften mit Zeitpunkt (Schwangerschaftswoche), Art (sonographischer Nachweis von Fruchthöhle, embryonalen Anteilen bzw. Herzaktionen) und Verlauf des Aborts (verhaltener Abort, spontaner Blutungsbeginn, ggf. vorzetiger Blasensprung)
  • Nachweis von Chromosomenanomalien bei vorausgegangenen Aborten oder Nachweis von Chromosomenanomalien oder angeborenen Fehlbildungen bei lebendgeborenen Kindern
  • Hinweise auf entzündliche Genitalerkrankungen oder intrauterine Infektionen bzw. Amnioninfektionen bei früheren Aborten
  • Vorausgegangene operative Eingriffe am Uterus
  • Vorausgegangene venöse Thrombosen oder Thromboembolien
  • Besonderheiten im Zyklusverlauf oder andere Hinweise auf Hormonstörungen –     Hinweise auf Exposition gegenüber Umwelttoxinen (Berufstätigkeit, Wohnsituation etc)
  • Familienanamnestische Hinweise auf erhöhte Abortneigung oder genetische Erkrankungen, Konsanguinität

Bei der gynäkologischen Untersuchung wird das Augenmerk auf die mögliche angeborene oder erworbene Fehlbildungen der Gebärmutter, vaginale Infekte und Anzeichen von Hormonstörungen gelegt.