Modified Natural Cycle IVF

(Modified) Natural Cycle IVF

Grundsätzlich ist es möglich, eine IVF- oder ICSI-Therapie auch nach einer milden Stimulationsbehandlung oder völlig ohne Stimulation durchzuführen.

Bei einer IVF im natürlichen Zyklus setzen wir keinerlei Medikamente zur Stimulation des Wachstums der Follikel ein. Es wird lediglich wie bei der regulären Stimulation eine Auslösespritze gegeben, die die letzten Schritte der Eizellreifung anschiebt und eine bessere zeitliche Planung der Follikelpunktion erlaubt.

Darüber hinaus kann in einigen Fällen auch eine milde Stimulation des Eierstockes durchgeführt werden. Hierbei werden wesentlich geringere Mengen an Medikamenten eingesetzt als bei der klassischen IVF Behandlung. Je nach Stimulationsverlauf müssen gegebenfalls zusätzlich sogenannte GnRH-Antagonisten, die einen vorzeitigen Eisprung verhindern, gegeben werden. Auch hier ist eine Auslösespritze nötig, um die letzten Schritte der Eizellreifung anzuschieben und den Zeitpunkt der Follikelpunktion besser zu planen.

Ziel der IVF im natürlichen Zyklus oder unter milder Stimulation ist die Reifung von einem oder nur weniger Follikel. Bei der Reifung weniger Eibläschen steigen die Östrogenwerte im Körper nicht so stark an wie bei einer herkömmlichen Stimulationstherapie.

Für wen ist diese Behandlung geeignet?

  • Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus
  • Low respondern, bei denen selbst eine hoch dosierte Gonadotropin-Stimulation zur Bildung von nur sehr wenigen Follikeln führt
  • High respondern mit einem hohen Risiko für ein Überstimulationssyndrom bei der Durchführung einer normalen IVF,< 40 Jahre
  • Frauen mit Risiken für eine klassische IVF (nach Brustkrebserkrankung, Thromboseneigung etc.)
  • Patientinnen, die 3 bezahlte Zyklen erfolglos hinter sich gebracht haben

Bei einer IVF im natürlichen Zyklus ist allerdings damit zu rechnen, dass es in einem relativ hohen Prozentsatz der Zyklen (ca 50 %) nicht zur Follikelpunktion kommt oder bei der Follikelpunktion keine Eizelle gewonnen werden kann. Dies ist lässt sich aus der Tatsache erklären, dass nicht in jedem Eibläschen eine Eizelle heranreift. Auch löst sich im natürlichen Zyklus der Eisprung häufig spontan zu früh aus, so dass keine Follikelpunktion mehr durchgeführt werden kann.

Die Vorgänge der Follikelpunktion, der künstlichen Befruchtung der Eizelle durch die IVF- oder ICSI- Methode und des Embryotransfers bleiben bei einer Behandlung im natürlichen Zyklus oder nach milder Stimulation unverändert. Allerdings ist es bei einigen Patientinnen möglich, die Gewinnung der Eizellen ohne Narkose durchzuführen.

Auf jeden Fall sollte in einem persönlichen Beratungsgespräch abgeklärt werden, welches Behandlungsverfahren in Ihrem Fall die besten Erfolgsaussichten hat. Dies tun wir gerne im Rahmen unserer Sprechstunde.